Oberrheinischer Kunstpreis

Das Künstlerinnenduo Claudia und Julia Müller aus Basel erhält den Oberrheinischen Kunstpreis 2024

Die Ausstellung ist bis zum 6. Oktober 2024 in der Städtischen Galerie Offenburg zu sehen.

Der Förderkreis Kunst + Kultur und die Stadt Offenburg verleihen zum fünften Mal den Oberrheinischen Kunstpreis. Ziel des Preises ist die Auszeichnung von Künstlern und Künstlerinnen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz, die sich bereits eine bedeutende und förderungswürdige Position erarbeitet haben und deren Werk einen wesentlichen Beitrag zur Kunst am Oberrhein darstellt. Zur Auszeichnung gehören ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, einer Ausstellung in der Städtischen Galerie Offenburg sowie eine zweisprachige Katalog-Publikation.

 

Claudia Müller (*1964) studierte u.a. an der Kunstakademie Düsseldorf. Von 2007 bis 2019 war sie Dozentin an der HEAD in Genf. Seit 2020 ist sie Dozentin am Institut Kunst Gender Natur der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel.

Julia Müller (*1965) studierte Textildesign an der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel und hat seit 2005 eine Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Seit 1991 haben Caudia & Julia Müller ein gemeinsames Atelier in Basel. Als Künstlerinnenduo arbeiten sie seit 1992 zusammen.

 

Mit der Wahl der beiden Schwestern Claudia und Julia Müller als Preisträgerinnen des Oberrheinischen Kunstpreises zeichnet die Jury zwei international sehr erfolgreiche Künstlerinnen aus, die biografisch der Region eng verbunden sind.

Aus der Begründung der Jury:

Mit ihren Wirkungsstätten im Atelier in Basel, an der Kunstakademie Karlsruhe und der FHNW in Basel bringen beide Künstlerinnen einen relevanten Impuls in die Region und in die Kunst der Gegenwart am Oberrhein.

Das künstlerische Werk der Schwestern zeichnet sich aus durch seine Vielseitigkeit in den Medien. Ausgehend vom Grundmedium der Zeichnung haben Claudia und Julia Müller ihre Arbeit in den Raum hinein erweitert. In ihren Ausstellungen setzen sie Zeichnungen in unterschiedlichen Formaten ortsspezifisch ein, von der Wand bis hin zur Skulptur. Die dreidimensionalen Objekte wie Lampen oder Vasen ergänzen das figürliche Repertoire der Künstlerinnen. 

Ihr Augenmerk liegt auf den Details des Alltäglichen, sie zeigen Gesten und Ausschnitte des Zusammenlebens. Es ist das Interesse an unauffälligen Bewegungen, die man leicht übersieht, welches die Zeichnungen so intim erscheinen lässt. Die Figur wird in lockeren Strichen gezeichnet und erweckt den Eindruck, als sei mit der Skizzenhaftigkeit schon die Lebendigkeit eingehaucht.

Zwischen den Werken ist eine Interaktion mit dem Publikum erwünscht. Die Installationen erzeugen ein stimmig durchdachtes Ensemble an Werken, die einen gemeinsamen Zusammenhang bilden.

Die Jury ist beeindruckt vom überzeugenden Zusammenspiel der verschiedenen Werke. Die wandfüllenden Zeichnungen, das komplementäre Design von Skulpturen, die Lebendigkeit der Figuren, ihre Gesten und intimen Momente, und die soziale Dimension der künstlerischen Arbeit sind von dem einfühlsamen Blickwinkel der Künstlerinnen geprägt. Der Bezug zur visuellen Kultur und zur Designgeschichte wird in individuellen Darstellungen und Objekten sichtbar.

Julia und Claudia Müller erhalten die Auszeichnung für die präzise Ikonografie ihrer Zeichnungen und die stimmungsvollen Räume, in denen sie die Betrachter*innen aufnehmen. Der Preis ist auch eine Anerkennung für das langjährige Schaffen in der Region Basel und die Vermittlungsarbeit der beiden Künstlerinnen in der Lehre

 

Der Jury gehörten folgende Fachjuror*innen an: Dr. Sebastian Baden (Direktor Kunsthalle Schirn, Frankfurt), Estelle Pietrzyk (Direktorin Musée d’Art moderne et contemporain, Straßburg) und Dr. Maja Wismer (Leiterin des Bereichs Gegenwartskunst, Kunstmuseum Basel). Sie vertreten die drei Länder des trinationalen Preises: Deutschland, Frankreich und Schweiz. 

Die Jury hat aus den zahlreichen Vorschlägen des trinational besetzten Fachgremiums ihre Wahl getroffen. Zum Fachgremium gehörten: Michael Babics (Kunsthalle Palazzo Liestal), Marie-France Bertrand (Musée Würth Erstein), Felizitas Diering (FRAC Alsace Séléstat), Katharina Dunst (Bibliothek u. Schule für Gestaltung Basel), Elena Filipovic (Kunsthalle Basel),  Philipp Gasser (Hochschule für Gestaltung u. Kunst FHNW Basel/Fachkommision Baselland), Ines Goldbach (Kunsthaus Baselland), Christina Litz (Museum für Neue Kunst Freiburg), Alice Motard (CEAAC Straßburg), Stefanie Patruno (Städtische Galerie Karlsruhe), Phillip Ziegler (ZKM Karlsruhe) sowie Sandrine Wymann (La Kunsthalle Mulhouse).

 

"Die Neuausrichtung des Auswahlverfahrens wird die überregionale Bedeutung des Oberrheinischen Kunstpreises vergrößern und damit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen", so Axel Lotz, Vorsitzender des Förderkreises Kunst + Kultur.

                                                                                                                                                                                                                           Fotos: Axel Lotz                                                              


Peter Bosshart I 2020

Der Förderkreis Kunst+Kultur und die Stadt Offenburg verleihen 2020 zum vierten Mal den Oberrheinischen Kunstpreis. In diesem Jahr geht der renommierte Preis an den Künstler Peter Bosshart. 

 

Mit der Wahl Peter Bossharts als Preisträger zeichnet die Jury einen Maler aus, dessen Leidenschaft der kraftvoll-figürlichen Bilderzählung gilt. Meist sind seine Erzählungen ganz nah am alltäglichen Geschehen.  

 

Im Turnus von drei Jahren geht der Preis für herausragende Leistungen an Kunstschaffende aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Ausgezeichnet werden Künstler*innen, die in der Kunstregion Oberrhein wirken, wichtige künstlerische Themen Aufgreifen und neue Impulse setzen. Zur Auszeichnung gehört ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, eine umfassende Ausstellung in der Städtischen Galerie Offenburg sowie ein dreisprachiger Katalog.

 

Peter Bosshart, 1966 in Lörrach geboren, lebt und arbeitet in Efringen-Kirchen. Er studierte an der Kunstgewerbeschule in Basel, danach an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main bei Thomas Bayrle, Martin Kippenberger und Andreas Slominski. 

 

Der Künstler wurde ausgewählt von einer Jury unter Vorsitz des Kunsthistorikers und internationalen Kurators Prof. Dr. Klaus Gallwitz und den weiteren Mitgliedern Julia Garimorth (Chefkonservatorin, Musée d' Art Moderne de la Ville de Paris), Sören Grammel (Leiter Kunst ab 1960/Gegenwartskunst, Kunstmuseum Basel), Dr. Christine Litz (Direktorin des Museums für Neue Kunst Freiburg) und Bernhard Serexhe (Kurator, Karlsruhe).

Prof. Dr. Klaus Gallwitz (Jury-Vorsitzender), Peter Bosshart (Preisträger) und Axel Lotz (Vorsitzender Förderkreis Kunst + Kultur) anlässlich der Bekanntgabe des Oberrheinischen Kunstpreisträgers 2020.                                                

     Fotos: Axel Lotz


Peter Vogel I 2017


Der Förderkreis Kunst und Kultur und die Stadt Offenburg verliehen zum dritten Mal den Oberrheinischen Kunstpreis. Der 2017 verstorbene Freiburger Objektkünstler Peter Vogel wurde im Oktober 2017 posthum geehrt.

 

Mit seinen interaktiven Klang- und Lichtobjekten, seinen elektronischen Bewegungsobjekten und Tanzperformances gilt Peter Vogel in der internationalen Kunstszene als einer der herausragenden Pioniere der elektronischen Klangkunst. 

 

"Meine Arbeiten sind auf einen aktiven Betrachter angewiesen: Die Klangobjekte, Lichtreliefs und kinetischen Plastiken erwarten einen "spielenden" Zuschauer, der sie durch Bewegungen oder Geräusche zum "Sprechen" bringt."

 

Der Künstler wurde von einer renommierten Fachjury unter Vorsitz von Prof. Dr. Klaus Gallwitz ausgewählt. Zu den weiteren Jurymitgliedern gehören Dr. Engler (Sammlungsleiter "Kunst nach 1945" am Städel Frankfurt). Dr. Christine Litz (Direktorin des Museums für Neue Kunst Freiburg), Estelle Pietrzyk (Leiterin des Museums für moderne und zeitgenössische Kunst Straßburg/MAMCS) und Prof. Dr. Bernhard Serexhe (Kurator, Karlsruhe).                                                                                                         

Fotos: Michael Bode / Axel Lotz / Ute Schöler


Miriam Cahn I 2014

Am 12. Oktober 2014 wird zum zweiten Mal der Oberrheinische Kunstpreis verliehen. Die Auszeichnung geht an die Schweizer Künstlerin Miriam Cahn.   

 

Miriam Cahn, 1949 in Basel geboren, ist geprägt von der Friedens- wie von der Frauenbewegung. Häufig kreisen ihre Werke um diese Themen. In den letzten Jahren entstanden vor allem starkfarbige Ölbilder. Ihre Motive sind Menschen, Gebäude, Landschaften oder z.B. Waffensysteme, manche in leuchtenden, bisweilen grellen Farben, andere in düsteren Grautönen. Miriam Cahn ist vorwiegend eine figurative Malerin. Nicht alles ist das, was es zu sein scheint.  

 

Adam Szymczyk wählte sie für die Teilnahme an der documenta 14 im Jahr 2017 aus, die als "Weltschau politischer Konfliktkunst" geplant ist. Bereits 1982 wurde Miriam Cahn zur documenta 7 eingeladen, 1984 zur Biennale Venedig und 1986 zur Biennale Sydney. Miriam Cahn wurde im Jahr 2013 mit dem Basler Kunstpreis, 2005 dem Meret Oppenheim Preis und 1998 mit dem Käthe-Kollwitz-Preis bereits ausgezeichnet.  

 

Zur renommierte Fachjury unter Vorsitz von Prof. Dr. Klaus Gallwitz gehören: Dr. Martin Engler (Sammlungsleiter "Kunst nach 1945" am Städel Frankfurt), Petra von Olschowski (Rektorin Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart), Estelle Pietrzyk (Leiterin des Museums für moderne und zeitgenössische Kunst Straßburg), Madeleine Schuppli (Direktorin Aargauer Kunsthaus Aarau) und Prof. Dr. Bernhard Serexhe (Hauptkurator am ZKM Karlsruhe).

 

Fotos: Michael Bode / Axel Lotz


Corinne Wasmuht I 2011

Corinne Wasmuht lehrt seit 2006 als Professorin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, 2014 wurde sie Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Die 1964 in Deutschland geborene und in Peru und Argentinien aufgewachsene Künstlerin hat an der Akademie in Düsseldorf studiert. 

 

Ihre meist großformatigen Bilder, meist auf Holz und in mehreren Schichten, zeigen in zahlreichen Facetten augenblickliche Fragmente unserer urbanen Umgebung. In Details bleibt unsere Wirklichkeit erkennbar, in der Summe entstehen phantastische, fremd anmutende Räume, in denen einzelne Szenen wie Traumsequenzen zu schweben scheinen. Mit ihren panoramaartigen Bilder vermittelt Wasmuht dem Betrachter die Illusion eines perspektivischen Raums. 

 

2014 erhielt Corinne Wasmuht den Käthe-Kollwitz-Preis Berlin, 2011 den August Macke Preis des Hochsauerlandkreises. 

 

Die Künstlerin wurde ausgewählt von einer Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Klaus Gallwitz: Dr. Martin Engler (Sammlungsleiter "Kunst nach 1945" am Städel Frankfurt), Dr. Ulrike Lorenz (Direktorin Kunsthalle Mannheim), Petra von Olschowski (Rektorin Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart) und Prof. Dr. Bernhard Serexhe (Hauptkurator am ZKM Karlsruhe).

 

Fotos: Christoph Breithaupt / Dunja Kara / Axel Lotz